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Was kostet Wasserstrahlschneiden? 5 Faktoren für eine wirtschaftliche Kalkulation

Florian Engelhardt
29. Sept.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Okt.

Das Wichtigste in Kürze

✓ Der Preis entsteht aus Werkstoff, Materialstärke, Schnittqualität, Geometrie und Stückzahl

✓ Höhere Schnittqualität bedeutet geringeren Vorschub und mehr Maschinenzeit

✓ Gute Verschachtelung senkt den Materialverbrauch

✓ Vollständige Angaben ermöglichen eine belastbare Kalkulation


Was kostet Wasserstrahlschneiden? Eine pauschale Antwort ist kaum sinnvoll: Der Preis entsteht aus dem Zusammenspiel von Werkstoff, Materialstärke, Kontur, Schnittqualität und Stückzahl. Für Einkäufer und Konstrukteure lohnt es sich, diese Faktoren schon bei der Anfrage zu berücksichtigen.

WASTEC fertigt mit Reinwasser- und Abrasivschneiden in 2D und 3D. Einen Überblick über Verfahren und Möglichkeiten finden Sie auf unserer Seite Wasserstrahlschneiden.


Wasserstrahlgeschnittenes massives Metallbauteil als Beispiel für Materialstärke und Schnittqualität
Massives wasserstrahlgeschnittenes Bauteil


1. Werkstoff und Materialstärke bestimmen die Schneidzeit

Je härter und dicker ein Werkstoff, desto geringer ist in der Regel der mögliche Vorschub. Je nach Material kommt ein anderes Verfahren zum Einsatz:


  • Reinwasser: für weiche Materialien wie Schaumstoff

  • Abrasiv (mit Granatsand): für Metalle, Keramik und viele Verbundwerkstoffe


Auch innerhalb einer Werkstoffgruppe macht die Dicke einen deutlichen Unterschied: Eine dünne Edelstahlkontur benötigt wesentlich weniger Schneidzeit als ein massiver Zuschnitt. WASTEC bearbeitet je nach Werkstoff Materialstärken bis 150 mm.



2. Schnittqualität: Nicht jede Kontur braucht Feinschnitt

Eine höhere Schnittqualität bedeutet einen geringeren Vorschub und damit mehr Maschinenzeit. Die Kantenqualität sollte deshalb zum späteren Einsatz des Bauteils passen:


  • Rohling, der anschließend zerspant wird: keine maximale Qualität an jeder Kante nötig

  • Sicht- oder Fertigkontur: höhere Qualität sinnvoll


Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Qualitätsstufen beim Wasserstrahlschneiden.



3. Konturlänge, Durchbrüche und Geometrie

Entscheidend ist nicht nur die Bauteilgröße, sondern welche Strecke der Schneidkopf zurücklegt und wie oft der Strahl neu einstechen muss. Den Aufwand erhöhen vor allem:


  • viele kleine Innenkonturen

  • Bohrungen

  • filigrane Geometrien


Praxistipp: Fragen Sie sich bei der Konstruktion: Welche Konturen sind funktional nötig, welche Flächen werden später ohnehin mechanisch bearbeitet und wo reicht eine einfachere Geometrie?


4. Materialausnutzung und Verschachtelung

Bei mehreren Bauteilen spielt die Anordnung auf der Rohplatte eine wichtige Rolle. Eine gute Verschachtelung spart Material – gerade bei hochwertigen Werkstoffen ein relevanter Anteil der Gesamtkosten.

Für Serien sollten deshalb neben dem Einzelteilpreis auch Plattenformat, Losgröße und eine sinnvolle gemeinsame Anordnung der Teile betrachtet werden.


Animation: Knotenbleche werden auf einer Rohplatte zuerst im Raster, dann verschachtelt angeordnet; dadurch passen 12 statt 9 Teile auf die Platte
Animation: Durch Verschachtelung passen mehr Teile auf dieselbe Rohplatte (schematisches Beispiel)


5. Stückzahl und Nachbearbeitung gemeinsam betrachten

Für Einzelteile und Prototypen ist das Verfahren interessant, weil kein Stanzwerkzeug benötigt wird. Bei Serien verteilen sich Programmier- und Rüstaufwand auf mehrere Teile.

Wird ein Rohling anschließend gefräst oder gebohrt, lohnt der Blick auf die gesamte Prozesskette: Für Zerspanflächen kann eine günstigere Schnittqualität ausreichen, Fertigkonturen werden direkt in höherer Qualität geschnitten.


Kostenfaktoren im Überblick

Werkstoff & Dicke

bestimmen Vorschub und Verfahren

Schnittqualität

höhere Qualität = mehr Maschinenzeit

Geometrie

Konturlänge und Einstiche zählen

Verschachtelung

weniger Verschnitt, geringerer Materialbedarf

Stückzahl

Rüstaufwand verteilt sich auf mehr Teile



Was brauchen wir für eine belastbare Kalkulation?

Je vollständiger die technischen Angaben, desto gezielter lässt sich Ihr Bauteil kalkulieren. Hilfreich sind:


  • Zeichnung oder CAD-Daten

  • Werkstoff und Materialstärke

  • Stückzahl

  • gewünschte Toleranzen

  • Hinweise zu sichtbaren oder nachzubearbeitenden Schnittflächen



Fazit

Die Kosten beim Wasserstrahlschneiden hängen nicht an einem einzelnen Wert. Wer Material, Geometrie, Schnittqualität und Stückzahl passend zum tatsächlichen Bauteilbedarf definiert, schafft die beste Grundlage für eine wirtschaftliche Fertigung.



Ihr Bauteil kalkulieren lassen

Senden Sie uns Ihre Unterlagen – wir erstellen Ihnen ein konkretes Angebot.



Bei ungewöhnlichen Werkstoffen ist vorab eine Schneidbarkeitsprüfung sinnvoll. Allgemeine Fragen beantworten wir über unser Kontaktformular.

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